Auf dem Sport-Olymp
Die 32-jährige Niederösterreicherin
und Doppelweltmeisterin hat auf der Piste von San Sicario
mit ihrer fast perfekten Fahrt zu Gold endgültig den
Weg auf den Sport-Olymp geschafft.
Dorfmeister ist nach Trude Jochum-Beiser
(1952), Christl Haas (1964), Olga Pall (1968)und Annemarie
Moser-Pröll (1980) erst die fünfte Abfahrts-Olympiasiegerin
aus Österreich - die erste seit 26 Jahren.
"Das Gefühl war schon sehr
gut"
Irgendwie sei sie schon sehr zuversichtlich
in diese Olympia-Abfahrt gegangen, erzählte die Pernitzerin.
"Es wäre zwar arrogant zu behaupten, ich hätte
in der Früh schon gewusst, dass ich gewinne. Aber das
Gefühl war schon sehr gut", gestand sie.
"Die ganzen Zweifel der vergangenen
Rennen war verschwunden. Ich war total positiv gestimmt und
die vielen kleinen Männchen in meinem Kopf haben mir
alle gesagt, dass ich heute gewinnen kann. Da war mir klar,
dass ich an diesem Tag noch durch das Loch dieser Medaillen
hier schauen werde."
Rücktritt macht locker
Dorfmeister will jetzt auch im Super-G
am Sonntag voll angreifen, "denn auch da gehöre
ich zu den Favoriten". Aber selbst Doppelgold wird nichts
an ihrer Entscheidung, am Saisonende zurückzutreten,
ändern.
"Der Entschluss steht fest und ist
auch ein wenig der Grund, warum ich in dieser Saison so besonders
locker bin", sagte sie.
Große Genugtuung
Der große Erfolg am Ende ihrer Karriere
ist für Dorfmeister kein Zufall: "Ich habe den ganzen
Sommer auf diesen Tag hintrainiert und es erfüllt mich
jetzt mit Stolz, dass ich den Druck und die Favoritenrolle
ins Ziel gebracht habe. Es ist eine große Genugtuung,
dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe."
Ende gut, alles gut
"Es kommt alles irgendwann zurück"
- dieser tröstende Satz ihres Vaters Josef ist auch ein
Wegbegleiter im Leben und in der Karriere Dorfmeisters geworden.
Als sie am Mittwoch im Ziel der Abfahrt
endlich ihre so lange ersehnte Olympia-Goldmedaille hatte,
war das "Nagano-Trauma" endgültig ausgelöscht.
In Japan hatte Dorfmeister 1998 olympisches
Super-G-Gold um eine Hundertstel verpasst. Jetzt kann sie
zufrieden mit Saisonende in die Skipension gehen.
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